Freilebende Tierarten in Paraguay
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Die Tierwelt in Paraguay ist faszinierend und sehr vielfältig. Es gibt eine Menge Tiere in freier Natur, die wir vorher noch nie gesehen haben. Wir möchten hier einige Arten beschreiben.
Es gibt auch viele Tierarten, deren Namen wir nicht kennen, aber die Fotos haben. Hier möchten wir die Leser bitten uns zu helfen. Wissen Sie den Namen oder sonstiges über die uns unbekannten Tiere, schreiben Sie uns bitte. Für Ihre Mithilfe sind wir sehr dankbar.


Große Korallenschlange

Die Korallenschlange ist eine Giftnatter, die bis zu 1.20 m lang werden kann. Man findet sie in ganz Südamerika. Sie ist schlank gebaut, hat eine ovale Kopfform und schwarze Augen. Auffallend an dieser Schlange sind ihre Farben. Abwechselnd schwarze und rote Ringe, wobei die schwarzen Ringe von schmalen weißen oder gelben Ringen geteilt werden.
Die große Korallenschlange wird oftmals mit der unechten Korallenschlange verwechselt, die ungiftig ist. Unterscheiden kann man die Schlangen an ihren Streifenmustern.
Ungiftige Korallenschlange: Die schwarzen Ringe werden in der Mitte von einem weißen oder gelben Ring geteilt.
Giftige Korallenschlange: Die schwarzen Ringe werden jeweils am Randbereich von 2 weißen oder gelben Ringen geteilt.

Giftige Korallenschlange
Giftige Korallenschlange

Korallenschlangen sind sehr scheu. Die nachtaktive Bodenschlange versteckt sich in hohle Baumstämme, unter Laub,
Steinen, Sträuchern und Wurzeln. Sie bevorzugt die Nähe von Fliessgewässern.
Einmal im Jahr legt das Weibchen 4 bis 10 Eier in bewaldete Gebiete. Die Jungtiere schlüpfen nach 2 Monaten und haben schon Giftdrüsen.
Auf dem Speiseplan der Korallenschlangen stehen kleinere Schlangen, Echsen, Kriechtiere und manchmal auch Fische.

Die Korallenschlange ist sehr giftig. Ihre Zähne enthalten ein tödliches Nervengift. Ernste Bissunfälle kommen allerdings sehr selten vor, etwa 1 Prozent in ganz Lateinamerika. Todesfälle sind selten, da die Schlange kurze Zähne und einen schwachen Kiefer hat.
Die Schlange beisst normalerweise nur bei Gefahr, z. B. wenn man auf sie tritt, wobei die gebissene Stelle anschwillt an und schmerzt.
Erste Hilfe nach einem Biss: Gebissene Stelle ruhig halten, leichten Druckverband anlegen, schnellstmöglich eine Klinik aufsuchen
Symptome nach einem Biss: Augenlidlähmung, Atemnot und Muskelschmerzen.
Bei sofortiger ärztlicher Behandlung bleiben keine Schäden zurück.


Sandmücke
(Phlebotominae)

Es gibt ca. 700 Sandmückenarten. Wir wollen hier die Sandmücke beschreiben, die Überträger der Krankheit Leishmaniose ist.
Die Sandmücke ist 2,5 bis 3 mm groß, sehr behaart und gelbbraun. Sie summt nicht. Der Lebensraum ist nicht wie bei anderen Mückenarten an stehenden Gewässern, sondern in bewaldeten Gebieten, Parks und Gärten.
Sandmücken sind schlechte Flieger, gegen starken Wind kommen sie nicht an. Die Flughöhe beträgt auch höchstens 3 Meter, nur gelbes Licht lockt sie höher. Diese Art von Mücken hat auch eher eine hüpfende Bewegungsart. Unter guten Vorraussetzungen können sie bis zu 1 Kilometer zurücklegen.
Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen oder Spalten an Gemäuern. Auch Nagetier- oder Termitenbauten sind ein beliebter Aufenthaltsort für den Tag.
Nach Sonnenuntergang machen sich die Weibchen auf die Suche nach einer Blutmahlzeit. Dazu benutzt es seinen Geruchsinn. Da der Stich sehr schmerzhaft ist und die Mahlzeit etwa 5 Minuten dauert, sucht sich die Mücke hauptsächlich schlafende Lebewesen aus. Am meisten betroffen sind Hunde und Nagetiere. Es werden aber auch Menschen, Katzen (selten), Rinder und Pferde ( als Reservoir) gestochen.
Sandmücken kommen auch im Haus vor, sie stechen allerdings meist im Freien.

Etwa eine Woche nach der Blutmahlzeit legt das Weibchen ca. 100 Eier an feuchtwarmen Stellen, z. B. auf Müllplätzen, Ställen, Scheunen, Erdlöchern, Termitenhügeln Nagetierbauten und Kompoststellen. Schon eine Woche nach Eiablage schlüpfen die Larven.
Die Männchen ernähren sich nur von Pflanzensäften.
Sandmücken leben ca. 40 Tage. Sie sind in den Sommermonaten aktiv, wenn die Nachttemperatur mindestens 18 Grad hat oder übersteigt.

Da die Sandmücke Leishmaniose überträgt, sollte man mit Mückenschutzmitteln vorsorgen. Moskiteros sollten feinmaschig sein, da die Mücke sehr klein ist.


Hühnerwurm - Gusano de Pollo
(Megalopyge opercularis)

Eine der giftigsten Raupen der Welt ist auch in Paraguay heimisch. Man nennt sie nach der Verpuppung auch Flanellmotte oder Katzenfalter. Die Gurani - Indianer nennen sie tata - ura (Feuerwurm).
Die Raupen haben lange, seidige Haare. Sie sehen richtig putzig aus und verführen zum Anfassen. Doch das sollte man besser lassen. Die Haare verfügen über giftige Stacheln, die bei Berührung sofort schmerzhaft brennen.

Der ausgewachsene Falter ist sehr behaart. Er lebt nur 5 bis 7 Tage. Zweimal im Jahr sieht man die Raupen an Sträuchern und Blätter vieler Obst- und Laubbäumen.Die bis zu 10 cm langen Raupen können unterschiedliche Farben haben, von weiss bis goldbraun oder auch schwarz.
Oft sitzen sie an der Unterseite von Blättern, daher bemerkt man sie kaum. Bei Gefahr stellen die Tiere ihre Haare auf und rollen sich zusammen wie ein Igel. Natürliche Feinde der Raupe sind nicht bekannt.
Der Falter und  dessen Nachwuchs ist in ganz Amerika vertreten. Beide sind hochgiftig.

Symptome
Kopfschmerzen für mindestens einen Tag, Übelkeit, Herzrasen und tagelange Schmerzen.
Die betroffenen Hautstellen können anschwellen, sich röten und bluten.

Die erste Hilfe nach der Berührung der Raupe
Klebeband auf die Stelle packen und wieder abziehen. So entfernt man die Haare, die mit blossem Auge kaum zu sehen sind. Anschliessend mit viel Wasser und Seife abwaschen.
Mit einem Eisbeutel kann man etwas Linderung verschaffen.
Allergiker sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen!

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Vogelspinne - Tarantel

Es gibt etwa 20 Arten Vogelspinnen in Südamerika. Die meisten sind schwer zu unterscheiden, da sie sich sehr ähneln.
Die in Paraguay lebenden Vogelspinnen sind Bodenbewohner. Sie graben Löcher in die Erde und leben dort während der Brut- und Häutungszeit, sowie in den kalten Monaten.
Die Einzelgänger sind dämmerungs- und nachtaktiv. Von Ende Februar bis Anfang April sieht man diese Tiere häufig, da die Männchen auf Brautschau gehen.
Die Weibchen legen nach der Begattung einmal im Jahr einen Kokon mit ca. 100 Eiern an.
Männliche Tiere sind nach 15 Monaten bis 4 Jahren erwachsen, ein Jahr später sterben sie. Weibchen brauchen 1-2 Jahre länger, um erwachsen zu werden, sie können danach noch bis zu 20 Jahren leben.
Vogelspinnen ernähren sich nur von Beutetieren, die kleiner als sie selbst sind. Das können Insekten, kleine Saügetiere und junge Schlangen sein. Die Beute wird mit Gift injiziert, die das Opfer von innen auflöst. Anschliessend saugt die Spinne das Beutetier aus.
Die meisten dieser Spinnenarten sind friedlich. Sie flüchten bei Gefahr. In die Enge gedrängt können sie allerdings agressiv werden. Meist stossen sie ihre Brennhaare ab, die auf der Haut sehr lange jucken. Ein Biss ist sehr schmerzhaft und kann Schwindelgefühl und Schüttelfrost auslösen.
Keine Vogelspinne kann mit ihrem Gift einen erwachsenen, gesunden Mensch töten!
Allergiker, Kinder und immunschwache Menschen können von dem Gift sterben. Man sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Grammostola grossa
ca. 8 bis 11 cm, dunkelbraun bis schwarz, grösste Art in Paraguay
Grammostola aureostriata
ca. 8cm, schwarz mit hellgrauen Haaren, ockerfarbene Streifen an den Beinen
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Wasserschwein - Capybara


Das friedliche Herdentier sieht aus wie ein großes Meerschweinchen. Es hat keinen Schwanz , dafür Schwimmhäute zwischen den Zehen. Die Wasserschweine leben im Wasser wie auch auf dem Land. Bei Gefahr können sie bis zu 5 Minuten unter Wasser bleiben.
Das Wasserschwein ist das größte Nagetier Südamerikas. Es kann bis zu 1.20 m lang werden und bis zu 50 kg schwer. Die Schulterhöhe beträgt ca. 56 cm, wobei die Weibchen etwas größer sind.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern und Wasserpflanzen. Es werden aber auch Früchte und Baumrinde gefressen.
Wasserschweine dösen den ganzen Tag, erst am Abend gehen sie auf Futtersuche.
Die Weibchen bekommen mindestens einmal im Jahr 2-8 Junge. Die Kleinen fangen schon eine Woche nach der Geburt an selbstständig zu fressen. Sie werden trotzdem noch bis zu einem Alter von 4 Monaten von allen weiblichen Tiere der Herde gesäugt.
Diese Nagetiere werden in freier Wildbahn 4 bis 8 Jahre alt, im Zoo können es 12 Jahre werden.
"Capybara" kommt aus der Sprache der Guarani - Indianer und heißt übersetzt "Herr des Grases".
Eine kleine Herde dieser Tiere kann man im Stadtpark in Villarrica besichtigen.

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Tukan

Der mittelgroße Vogel gehört zur Familie der Spechte und ist in ganz Südamerika vertreten. Er lebt in den Wäldern und ist ein Baumbewohner. Der Tukan hat einen langen Schwanz, aber kurze Flügel. Deshalb kann er nicht gut fliegen und hüpft von Baum zu Baum. Sein auffälligstes Merkmal ist der farbenprächtige riesige Schnabel, der diesen Vögeln zur Kontrolle des Wärmehaushaltes dient.
Der Tukan ernährt sich von hauptsächlich von Früchten, frißt aber auch Insekten, Spinnen und kleine Reptilien.
Männliche und weibliche Vögel kann man äusserlich nicht unterscheiden.
Tukane nisten in Baumhöhlen. Sie legen 2 bis 4 weiße Eier. Nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen die Kleinen und sind nach 6 bis 9 Wochen flügge.
In freier Wildbahn werden die Tiere ca.15 Jahre alt, in Gefangenschaft können es sogar 20 Jahre werden.
Es gibt noch viele Tukane, aber je mehr die Wälder abgeholzt werden, desto weniger Lebensraum bleibt diesen Tieren.
Ab und zu sieht man in der Kolonie Independencia ein paar freilebende Tukane.

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